Unbescheidene Bescheidenheit

Was, wenn nicht Leidenschaft treibt und Intuition
Die Berufung, sich ergänzend wohl
Durch Wissen, wie Können und Intelligenz?
Dummheit wird leiten die unkundige Hand
Daß großes Maul regiert der Arbeit Unverstand.

Suag

Die Baumpflege als Teil der Gartenkunst hat eine uralte Tradition. Schneiden oder Beschneiden von Bäumen (meistens Obstbäume) war schon im Ägypten der Pyramidenzeit (2850 - 2190 v.u.Z.) bekannt.
Über die Jahrtausende hat sie sich, durch Zunahme von Wissen und Können, nicht zuletzt auch durch entstandene Ansprüche bzgl, der Gartenkünste, verfeinert und komplettiert. Erreichte in der Renaissance, im Barock und Rokoko, so wie im Landschaftsgarten, Höhepunkte (Formschnitte an Gehölzen, Formbäume) Mit dem Erstarken des Bürgertums, im 19. Jahrhundert, setzte sich der `naturnahe´ Park mehr und mehr durch. Die Bürgergärten, Kleingärten, Bauerngärten, nicht zuletzt Stadtgärten und Streuobstwiesen legen (noch) beredet Zeugnis davon ab.
Das 20. Jahrhundert ist ein Konglomerat aus 3500 Jahren Gartenkunst.
Teile aller Stilepochen sind, je nach Gartengröße und Geldbeutel mehr oder minder ausgeprägt. Zusätzlich, mit Entstehen der Postmoderne kam der Ruf nach dem ökologisch gestalteten Garten auf.
Die Baum-, sowie die Gartenpflege geriet darüber einigermaßen in Vergessenheit. Erst wieder in den letzten 30 Jahren und speziell Mitte der 80iger Jahre, nicht zuletzt initiiert durch die `neuartigen´ Waldschäden, wurde u.a. das Berufsbild des Baumpflegers neu bestimmt. Was ehemals ein Teilbereich des Garten- und Landschafts-
baues war, ist heute (sollte sein) ein eigenständiger, hochspezialisierter
Berufszweig.
Erst die Notwendigkeit hat die Bäume ins Blickfeld wissenschaftlicher Betrachtungen gerückt. Waren sie doch lange Zeit, als die größten Vertreter der Pflanzenwelt, aufgrund ihrer Größe und ihrer langen Lebensdauer für wissenschaftliche Untersuchungen, in vivo und in vitro, äußerst ungeeignet. Spätestens jedoch die Umstände zwangen dazu, sich wissenschaftlich näher mit Bäumen zu befassen. Und so sind die Untersuchungsergebnisse alle relativ neueren Datums. Überraschend ist, daß sich vieles alte, einst empirisch gewonnen, vor allen Dingen aus der Praxis und der Baumpathologie, bestätigt hat und heute wissenschaftlich abgesichert ist. Viel neues jedoch, was Baum-
biologie und - mechanik betrifft, kommt fast monatlich dazu. Auf eine große Anzahl von Untersuchungsergebnis muß noch gewartet werden, da sie, aus verständlichen Gründen, Langzeitstudien sind.
Und je mehr wir über das "Geheimnis" Baum wissen, desto mehr Fragen werden aufgeworfen. So haben zum Beispiel neueste Untersuchungen nachgewiesen, daß ein und derselbe holzzersetzende Pilz an vier verschiedenen Baumarten, vier verschiedene Zersetzungs-prozesse einleitet. Eine Baumart ist in kürzester Zeit in ihrer Bruch-
und Standsicherheit gefährdet, in einer anderen kann er sich aufgrund holzanatomischer Eigenheiten nur geringfügig ausbreiten. Was bedeutet, daß dieser noch lange problemlos erhalten werden kann; bei jenem jedoch entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Die Anzahl, der in Mitteleuropa beheimateten Baumarten, beläuft sich auf etwas mehr als 50 !!!
Viele Fragen - noch zu wenig Antworten